Dienstleistung als Wachstumsbranche?

Unser Arbeitswelt lässt sich grob in 2 Kategorien unterteilen. Zu einem die produzierende Gewerbe (z.B Automobilbau, Maschinenbau, Handwerk) und zum andere der Dienstleistungssektor (z.B Handel, Logistik, usw.). Vor ein paar Jahrzehnte wurde noch groß propagiert, das der Dienstleistungssektor stark zu nehmen wird, während das produzierende Gewerbe abnehmen würde. Inzwischen nahm die produzierende Gewerbe in Deutschland ab. Dies vor allen weil viele Unternehmen in Ausland produzieren und für manche personal intensive Tätigkeiten, angesichts der im Ausland preiswertere Löhne es gar nicht mehr möglich ist, diese Produkte noch in Deutschland herzustellen. Jetzt könnte man unterstellen das alleine die Unternehmen daran schuld wären, weil es nicht genug Gewinn bekommen. Dies stimmt auch zu teil, jedoch muss sich auch jeder Konsument klar werden das er/sie alleine mit seine Kaufentscheidung auch mit bestimmt wo ein Produkt hergestellt wird.

Ein Beispiel

Vor rund 30 Jahren gab es auch in Deutschland eine Schuhindustrie. Damals würde die Mehrheit der verkauften Schuhe auch in Deutschland hergestellt. So ein Schuh kostet damals auch meist ab 40 Euro (80 DM). Die Konsumenten nahmen dies im Kauf weil sie auch meist eine gute Qualität für Ihr Geld bekamen.

Inzwischen gibt es in Deutschland keiner wirkliche Schuhindustrie mehr. Einer der Gründe ist folgende. Wer sich z.B neue Schuhe kauft der möchte diese möglichst preiswert erhalten. Oft wird als maximale Betrag eine Summe um die 40 Euro angesetzt. Vielmals wollen die Konsumenten noch weniger ausgeben.

Wer ein wenig rechnen kann, der wird es auch klar sein das solche Preise mit in Deutschland hergestellte Waren nicht möglich sind.

Gerade Schuhe als Beispiel haben einen Lohnanteil von rund 40%. Zum Vergleich bei ein Auto macht der Kostenfaktor menschliche Arbeit nur gut 10% aus.

Mit diese einfache Beispiel lässt sich gut erklären warum immer weniger Produkte in Deutschland produziert werden.

Dienstleistung als Wachstumsbranche?

Betrachtet man die blanken Zahlen so sieht die Situation in Deutschland derzeit so aus. Die knappe Mehrheit der Beschäftigten (51%) arbeitet inzwischen im Dienstleistungsbereich. Diese Anstieg ist aber nicht alleine damit zu begründet das es immer mehr Arbeitsplätze in diese Bereich gibt, sondern auch das es immer weniger Arbeitsplätze im produzierende Gewerbe gibt.

Weitere Gründe ist die Automatisierung im produzierende Gewerbe. Hier werden immer weniger Leute benötigt, dafür aber nur gut qualifizierte.

Wie wird die weitere Entwicklung verlaufen?

Eine gewisse Renaissance (Ruckbesinnung) auf die Produktion im eigenen Land wird es geben. Einer der Gründe ist die größere Flexibilität bei der Produktion. Bei Schuhen und Textilien die im meist weiten Ausland produziert werden, sind die benötigte Laufzeiten für Veränderungen die Aufgrund der Nachfrage vielmals auftreten mit deutlich mehr wie 1 Jahr doch recht lang.

Eine Produktion im eigene Land kann viel schneller darauf reagieren!

Trotzdem wird der Dienstleistungssektor weiter an Bedeutung zunehmen. Schon alleine weil es hier Aufgrund vom demografischen Wandel ein erhöhten Bedarf an auf diese Altersgruppe angepasste Angebote geben wird.

Auch ist die Tatsache das immer mehr neue Dienstleistungen auftauchen die auch zunehmen gefragt und auch entlohnt werden, sorgt für eine Zunahme in diesen Bereich.

Leider hat die Zunahme im Dienstleistungsbereich ein Nachteil. Zwar steigt die Gesamtzahl der Beschäftigten, aber sowohl deren Entlohnung wie auch die oft angeboten Arbeitszeitmodelle sind für viele nicht gerade die erste Wahl.

Zwar wünscht sich manche eine Teilzeitarbeit, aber wer eher ein Vollzeitarbeit wünscht, aber keinen bekommt der wird wohl dann eher zwangsweise eine Teilzeitstelle nehmen.

Angesichts der Tatsache das, die Mehrheit der Dienstleistungsjobs mit weniger wie 10 Euro pro Stunde entlohnt werden, kann jeder selber errechnen das diese Beschäftigte sich keine „großen Sprünge“ leisten können.

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2 Kommentare zu Dienstleistung als Wachstumsbranche?

  1. Björn sagt:

    Du hast recht, jeder kann selbst entscheiden – bis zu einem gewissen Grad.

    z.B. Smartphones der großen Anbieter werden meines Wissens nach fast alle in China hergestellt. Da es aber sowieso wenige Smartphones gibt die meinen Anforderungen gerecht werden, kann ich da gar nicht viel wählen. Ich hatte am Ende die Wahl zwischen Huawei und Apple. Problem: Beide produzieren in China. Nur die Aktionäre sitzen einmal in China und einmal in USA. Mir ist herzlich egal ob ein chinesischer Multimillionär/millardär oder ein amerikanischer ein paar Euro an mir verdient. Also kaufe ich Huawei und spare dabei noch ein paar Hundert Euro.

    Übrigens sehe ich auch den Dienstleistungssektor kritisch. Wenn niemand mehr produziert, und alle nur noch Dienstleistungen anbieten, haben wir am Ende keine Schuhe, keine Kleidung, keine Steine für unsere Häuser und vorallem keine Nahrung mehr. Aber schau dir z.B. Großbritannien an: Weil die sich komplett auf (Finanz-)Dienstleistungen verlassen haben, geht es denen seit 2008 richtig dreckig. War letzt drüben – haben wirklich Geschäfte zugemacht und die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr hoch. Keine Industrie, kein Ausgleich!

  2. Björn sagt:

    Plus sie können ihren Finanzsektor nicht regulieren (was nach der Finanzkrise dringend nötig wäre) weil sie außer dem Finanzsektor praktisch „kaum Wirtschaft haben“…. tja, bad luck.

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